Frauenherzgesundheit: Unerkannte Risiken

Datum: 29. Januar 2026
2 Min. Lesedauer

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen. Auch in Österreich: 2023 starben hierzulande 16.000 Frauen an diesen Erkrankungen. Dennoch ist das Bewusstsein für die Risiken und Symptome gering. Ein Grund: Herz-Kreislauf-Krankheiten können sich bei Frauen anders zeigen als bei Männern.

Späte Diagnosen

Während Männer bei einem Herzinfarkt häufig über starke Brustschmerzen klagen, berichten Frauen öfter von einem Druck- oder Engegefühl im Bauchraum, Kieferschmerzen, Übelkeit oder Atemnot. Auch bei einem Schlaganfall schildern Frauen mitunter Symptome, bei denen nicht sofort an einen Schlaganfall gedacht wird, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit oder Verwirrtheit. 

Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine rasche medizinische Abklärung entscheidend. Doch Frauen erhalten oft erst spät eine korrekte Diagnose. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein prägnantes Beispiel für bestehende geschlechtsspezifische Unterschiede in der Behandlung und im Behandlungserfolg zum Nachteil von Frauen“, heißt es dazu im Aktionsplan Frauengesundheit.

Gender Medizin

Bereits Ende der 1980er-Jahre erkannte die Kardiologin Marianne Legato, dass sich Herzkrankheiten bei Frauen und Männern anders zeigen können. Mit dieser Erkenntnis legte sie den Grundstein für die Gender Medizin, die den Faktor Geschlecht bei der Krankheitsentstehung, Diagnostik und Therapie berücksichtigt. Doch bis heute ist dieses Wissen in der Bevölkerung und im medizinischen Alltag nicht ausreichend verankert. 

Aktionstag 6. Februar

Um gezielt über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen aufzuklären, hat GoRed Austria eine Awareness-Kampagne gestartet. Zentraler Aktionstag der Kampagne ist der 6. Februar – und Sie können sich beteiligen! Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie ein Foto mit einem roten Kleidungsstück oder einem roten Accessoire und den Hashtags #GoRed und #FrauenHerzenSchlagenAnders posten.

„GoRed ist ein Aufruf zu Aufklärung, geschlechterspezifischer Diagnostik und besserer Prävention“, betont die Kardiologin und Go-Red-Austria-Mitinitiatorin Dr. Anna Rab. „Nur wenn wir Frauen-typische Warnzeichen ernst nehmen und in Leitlinien verankern, können wir Leben retten.“

Alle Infos zur Kampagne: https://gored.at/