Gesundheitsorientierung

Das Team in der Primärversorgung vereint das gemeinsame Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, gesund zu werden und gesund zu bleiben. Die Zunahme an chronischen Erkrankungen macht deutlich, dass Krankheiten nicht immer geheilt und häufig nur behandelt oder begleitet werden können. Neben der Vorbeugung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen sind hier insbesondere die Stärkung vorhandener Gesundheitsressourcen und der Umgang mit Gesundheitsinformationen besonders wichtig.

Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz sind zentrale Handlungsfelder in der Primärversorgung. Eine an Gesundheit orientierte PVE steht für die Vision einer proaktiven Gesundheitsversorgung, welche einzelne Patient:innen, aber auch die Bevölkerung im Einzugsgebiet ganzheitlich und in ihrem sozialen Umfeld versteht. Die PVE unterstützt und begleitet Einzelpersonen sowie die Gemeinde in ihrem Gesundheits- und Krankheitsmanagement.

Das Bild zeigt die Info-Mappe zum Thema Gesundheitsförderung.

Info-Mappe

In der Info-Mappe finden Sie viele Anregungen und hilfreiche Werkzeuge, wie Sie Gesundheitsförderung in Ihrer PVE umsetzen und die Gesundheitskompetenz Ihrer Patient:innen stärken können.

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Was bedeutet Gesundheitsorientierung in der Primärversorgung?

Die zentrale Frage lautet: Was hält die Menschen gesund? Maßnahmen der Gesundheitsförderung stärken individuelle Fähigkeiten und Ressourcen, beziehen sich aber auch auf organisationale Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren (z. B. Prozesse für betriebliche Gesundheitsförderung).

In der Primärversorgung kann jeder Kontakt genutzt werden, um die Ressourcen der Menschen zu stärken, etwa durch Motivation zu einem gesünderen Lebensstil oder zu sozialer Teilhabe. Durch die vielen Gespräche mit Patient:innen und Angehörigen können auch wichtige Faktoren in der Region identifiziert werden, die zur Verbesserung der Gesundheit beitragen können. Hier können die Primärversorger:innen in Kooperation mit anderen Akteur:innen an regionalen Gesundheitsförderungsmaßnahmen – etwa zur Bewegung, Ernährung, psychischen Gesundheit, sozialen Teilhabe - mitwirken.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten 22 und 23 der Info-Mappe.

Bei der Krankheitsprävention geht es primär um die Vermeidung und Verhütung von (Krankheits-)Risiken. Dabei werden verschiedene Phasen unterschieden: Im Rahmen von Maßnahmen der Primärprävention (z. B. Vorsorgeuntersuchung, Tabakprävention) werden Risikofaktoren und erste Hinweise auf Erkrankungen identifiziert, um diesen frühzeitig entgegenzuwirken.

Liegt bereits eine Erkrankung vor, werden Menschen dabei unterstützt, den Erkrankungsverlauf zu mildern (Sekundärprävention).

Um Folgeschäden zu vermeiden oder zu lindern, kann sich im Rahmen der Tertiärprävention ein Rehaaufenthalt anbieten.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten 20 und 21 der Info-Mappe.

Gesundheitskompetenz betrifft sowohl Personen als auch Organisationen.

Unter Gesundheitskompetenz versteht man auf der einen Seite die Fähigkeit von Menschen, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. Das hilft ihnen dabei, gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Gesundheitskompetente Patient:innen bringen sich aktiv in die Gesundheitsversorgung ein, stellen Fragen und arbeiten aktiv mit. Letzteres schließt mit ein, dass sie die Gesundheitsversorgung zielgerichtet in Anspruch nehmen.

Auf der anderen Seite bezieht sich Gesundheitskompetenz auch auf die Frage, wie einfach oder schwer es ist, sich in einer Gesundheitsorganisation zurechtzufinden. Eine gesundheitskompetente Organisation erleichtert es den Menschen, sich mit Informationen und Diensten zurechtzufinden, diese zu verstehen und zu benutzen, um auf ihre Gesundheit achten zu können.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten 24 und 25 der Info-Mappe.

Etwa jede fünfte Konsultation in der Primärversorgung hat einen nichtmedizinischen Hintergrund.
Die Grafik zeigt 4 Figuren, die, sich an den Händen haltend, Stufen hochgehen.
Logo Social Prescribing

Was ist Social Prescribing?

Social Prescribing ist ein innovativer Ansatz, um gesundheitsrelevante, nichtmedizinische Bedürfnisse (z. B. Einsamkeit) in der Primärversorgung systematisch zu adressieren. Das Team der PVE wird sensibilisiert, Patient:innen ganzheitlich zu betrachten und im Falle gesundheitsrelevanter, nichtmedizinischer Bedürfnisse an eine Fachkraft mit Link-Working-Funktion in der Einrichtung zu vermitteln. Diese Fachkraft arbeitet dann mit der jeweiligen Person heraus, was für sie von Bedeutung ist, und sucht für sie passende regionale Angebote (z. B. Seniorentreff, Theater, Schuldnerberatung u. v. m.). Daher ist Netzwerkmanagement, d. h. der Aufbau und die Pflege von Kooperationen mit Beratungseinrichtungen, Vereinen und weiteren gesundheitsfördernden Initiativen, ein weiteres wichtiges Element des Ansatzes.

Das Bild zeigt eine grüne Erdkugel, das von einem Stethoskop umschlungen ist.

Primärversorgung & Planetary Health

Was haben Klima und Gesundheit miteinander zu tun? Welche Rolle spielt Klimafreundlichkeit in einer PVE?
In den Infosheets des Instituts für Gesundheitsförderung und Prävention (IfGP) zum Thema Planetary Health erfahren Sie,
wie Sie in Bereichen wie Diagnostik, Ernährung oder Bewegung klimafreundliche und gleichermaßen gesundheitsfördernde Maßnahmen setzen können. Bereits mit kleinen nachhaltigen Veränderungen tragen Sie zu einer besseren Gesundheit unseres Planeten, Ihrer Patient:innen sowie des ganzen PVE-Teams bei.

Hier geht's zu den Infosheets

Das Bild zeigt Hände, die ein mintfarbenes, glückliches Smiley aus Papier halten.

Mehr zum Thema Gesundheitsorientierung

Im exklusiven Mitgliederbereich erfahren Sie mehr zum Thema Gesundheitsorientierung in der Primärversorgung.

Nach der kostenlosen Registrierung bekommen Sie - neben ausführlicheren Informationen zu den zentralen Handlungsfeldern - auch einen Einblick in andere wichtige Themenbereiche, die für an Gesundheit orientierte PVE von Bedeutung sind. Als Mitglied stehen Ihnen weitere Fachunterlagen sowie Tipps für die Praxis zum Download zur Verfügung.

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