Am 13. Juni 2026 war es wieder so weit: Bereits zum vierten Mal fand das Mitgliedertreffen der Plattform Primärversorgung statt. Austragungsort der diesjährigen Veranstaltung war die University of Applied Sciences St. Pölten in Niederösterreich.
Rund 200 Teilnehmer:innen waren auch diesmal mit dabei. Über einige konnten wir uns bereits am Vortag bei der Pre-Conference freuen – diese wurde gemeinsam mit dem NÖGUS ausgerichtet. Auch heuer eröffnete Gesundheitsministerin Korinna Schumann das Mitgliedertreffen und diskutierte mit anderen Gesundheitsexpert:innen Zukunftsvisionen der Primärversorgung. Danach war noch genug Zeit für die Vernetzung der Primärversorgungscommunity: ob in einem Workshop, Vernetzungstreffen, am Infostand oder beim Kaffee – der Austausch kam nicht zu kurz.
Das Programm im Überblick
- Podiumsdiskussion „Zukunft der Primärversorgung“
- Parallel-Sessions mit interaktiven Workshops
- Vernetzung mit Mitgliedern der Plattform Primärversorgung
- Informationsstände zu Weiterbildungen und Angeboten für die Primärversorgung
- Site Visits
Podiumsdiskussion „Zukunft der Primärversorgung“
Ein besonderes Highlight des diesjährigen Mitgliedertreffens war die Podiumsdiskussion mit unseren Ehrengästen. Einleitend präsentierte Herwig Ostermann eine Karte zu PVE-Standortregionen – das Zielbild der Primärversorgung 2030.
300 PVE als Ziel: Standortoptimierung zur Flächendeckung
Die vorliegende Analyse zeigt ein datenbasiertes Zielbild für die Weiterentwicklung der PVE in Österreich bis 2030. Ausgangspunkt sind 112 PVE-Standorte (Quelle: GÖG; März 2026) in 79 PVE-Standortregionen sowie die Bevölkerungsentwicklung und die Erreichbarkeit im Straßenverkehr. Hier ist zu sehen, welche Standortregionen aus Versorgungssicht geeignet wären, um PVE für die Bevölkerung möglichst gut erreichbar zu gestalten. Das Ziel: rund 300 PVE in 267 PVE-Standortregionen bis 2030.
Theorie trifft Politik und Praxis
Die Karte war Ausgangspunkt für zentrale Fragen: Wie sieht die Zukunft der Primärversorgung aus? Wie erreichen wir 300 Primärversorgungseinheiten bis 2030? Wie kann diese Versorgung auch qualitativ gelingen? Und was können einzelne Akteur:innen aus Verwaltung und Praxis dazu beitragen? Gesundheitsministerin Korinna Schumann, Jan Pazourek (Büroleiter des Dachverbands der Sozialversicherungsträger), ÖGK-Vorsitzender Florian Hengl und Allgemeinmedizinerin Angelika Grand-Fous (PVZ St. Pölten) sprachen unter der Moderation von GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann über die zukünftige Ausrichtung und Perspektive der Primärversorgung. Weitere Impulse gab es aus dem Publikum: Statements aus Wissenschaft, Pflege und junger Allgemeinmedizin verdeutlichten den Stellenwert multiprofessioneller Teamarbeit.
Programmpunkte zur Vernetzung der Primärversorgungscommunity
Nach der Podiumsdiskussion gab es durch verschiedene Workshops, Infostände, Site Visits und Vernetzungstreffen Raum für den interprofessionellen Austausch. Die thematische Bandbreite der Workshops reichte von Frauen- und Gendergesundheit, Führung als tägliche Herausforderung über Digitalisierung bis hin zur Notfallversorgung und psychischer Gesundheit.
Fünf verschiedene Site Visits standen zur Verfügung, um etwas über niederösterreichische Gesundheitseinrichtungen zu erfahren. So konnten die Teilnehmer:innen das PVZ Tullnerfeld, die Notruf Niederösterreich GmbH, das PVZ Nord in St. Pölten, das Ambulatorium Sonnenschein oder die University of Applied Sciences in St. Pölten kennenlernen. Den Besucher:innen boten sich vielfältige Zugänge und Anregungen, die sie für die eigene berufliche Praxis mitnehmen.
Gesundheit geht (nur) gemeinsam
Gemeinsam mit unseren Partner:innen – dem BMASGPK, dem NÖGUS, der University of Applied Sciences St. Pölten, der ÖGK und allen engagierten Mitgliedern – konnten wir wieder zeigen, wie wertvoll Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit sind, um die Primärversorgung in Österreich weiterzuentwickeln und auszubauen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden und freuen uns schon jetzt auf das nächste Mitgliedertreffen!